Buckow – Perle der Märkischen Schweiz.

Bitte teilen Sie unsere Beitäge in Ihren sozialen Netzwerken


Buckow – Perle der Märkischen Schweiz.

Ein Gastbeitrag von Brigitte Cleve.

Märkische Schweiz. Bild: Brigitte Cleve
Märkische Schweiz.
Bild: Brigitte Cleve
Liebe Freunde meines Reiseblogs,
liebe Leserinnen und Leser,

es haben mich in der letzten Zeit einige Mails erreicht, in denen beklagt wurde, dass zu wenig neue Beiträge im Reiseblog erscheinen. Zu Recht, wie ich gerne zugeben möchte. Es war ganz einfach so, dass mir das Material ausgegangen ist. Inzwischen war ich wieder fleißig am sammeln und es gibt in den nächsten Wochen viele neue Berichte von „magisch schönen Orten“ aus Deutschland und Spanien. Den Anfang macht heute ein Gastbeitrag der Autorin Brigitte Cleve. Sie berichtet über einen Kuraufenthalt in der Märkischen Schweiz. Vielen lieben Dank an Frau Cleve für diesen wundervollen Beitrag und die schönen Bilder.


Und hier nun der Bericht von Brigitte Cleve.

Als meine Rentenanstalt mir mitteilte, dass man mich gerne zu der für mich notwendig gewordenen Reha nach Buckow im Osten Brandenburgs schicken möchte, musste ich bei mir eine Bildungslücke in Bezug auf diesen Teil Deutschlands feststellen. Also zog ich erst mal das Internet zu Rate, und siehe da, je mehr ich las, desto mehr besiegte Neugier meine anfängliche Skepsis.

Märkische Schweiz - Wälder, Seen und Natur pur. Bild: Brigitte Cleve
Märkische Schweiz – Wälder, Seen und Natur pur.
Bild: Brigitte Cleve
Dass dieser kleine, idyllische Ort inmitten des Naturparks „Märkische Schweiz“ schon vor DDR-Zeiten ein Sommerfrischeziel für viele Berliner und dazu ein Kneipp-Kurort war, fand ich schon mal interessant. Ein Blick auf Luftaufnahmen ließ mich schon vor meiner Anreise über die Vielzahl der infolge der letzten Eiszeit entstandenen Seen in einer das Auge verwöhnenden Landschaft staunen. Ich liebe es, durch Wälder zu wandern – mir war klar, in der Umgebung von Buckow würde ich auf meine Kosten kommen. Ich las, dass im „Buckower Kessel“ ideale Klimabedingungen für die Rotbuche herrschen. Deshalb leitet sich wohl der Ortsname auch vom slawischen Ort „buk“ für Rotbuche ab. Soweit die Theorie, die Beweise hierfür vorzufinden, war überwältigend.

Im Laufe meines 3-wöchigen Aufenthaltes, während dem meine Ärzte genauso viel Wert darauf legten, dass ich neben diversen Therapien Erholung in der wie dazu geschaffenen, die Nerven stärkenden Umgebung fand, gab es viel zu entdecken. Der Leibarzt Friedrich Wilhelm IV soll übrigens 1854 zu ihm gesagt haben: “Majestät, in Buckow geht die Lunge auf Samt.“). Für meine wünschte man das auch.

Der ca. 1.700 Einwohner zählende Ort wird von dem kleinen Griepensee im idyllischen Schlosspark (leider heute ohne Schloss, aber mit einer gut erklärenden Tafel am Eingang, was mit ihm passiert war), dem Buckowsee und dem gegenüber diesen beiden um einiges größeren Schermützelsee eingerahmt. Theodor Fontane fand ihn rätselhaft aber sehr inspirierend, und Bertold Brecht sowie seine Helene (Weigel) werden auch genau gewusst haben, warum sie sich dort ein Sommerhaus kauften.

Das Sommerhaus von Berthold Brecht wird heute als Museum geführt. Bild: Brigitte Cleve
Das Sommerhaus von Berthold Brecht wird heute als Museum geführt.
Bild: Brigitte Cleve
Die Besichtigung dieses heute als Museum geführten (siehe oben den großen Wohnraum, in dem sicher viele Gespräche mit anderen namhaften Künstlern geführt wurden) und die Ausstellung des Planwagens von Mutter Courage in einem dahinter liegenden Theaterschuppen des Brecht-Weigel-Hauses sollten Buckow-Besucher auf keinen Fall versäumen.

Buckower Kleinbahn.  Bild: Brigitte Cleve
Buckower Kleinbahn.
Bild: Brigitte Cleve
Für Freunde der Eisenbahnromantik gilt: Unbedingt am Bahnhof Buckow den Fahrplan der historischen Buckower Kleinbahn einsehen, die am 26. Juli 1897 als Schmalspurbahn auf einer Strecke von 4,9 km eingerichtet (Müncheberg/Buckow) wurde und zu bestimmten Zeiten heute noch fährt.

Wer einfach mal die Seele baumeln lassen und während einer kleinen Schiffstour den Schermützelsee genießen und dabei Kaffee, Kuchen oder auch anregende Getränke genießen möchte, findet dafür am Schiffsanleger gegenüber dem Strandhotel ausführliche Informationen.

Um die spannende „Geschichte der Märkischen Schweiz“ nachvollziehen zu können, tut man sich als Naturparkbesucher einen großen Gefallen, sich die im „Schweizer Haus“ am Rande von Buckow erklären zu lassen. Die Mitarbeiter der Naturwacht, die Biber, Fischotter, Fledermäuse, angelegte Fischtreppen, eine Vielzahl anderer heimischer Tiere und viele Vogelarten ständig beobachten, geben nach Anfrage gerne Auskunft über ihre Artenschutzprojekte.

Restaurant Avocado - früher Linden Hotel. Bild: Brigitte Cleve
Restaurant Avocado – früher Linden Hotel.
Bild: Brigitte Cleve
Wenn man als Tagesbesucher des kleinen, charaktervollen Ortes, nach dem Aufsuchen der beispielhaft genannten Ziele (es gibt davon natürlich noch viel mehr), im Zentrum des Ortes eine Pause einlegen möchte, kann man die gut im Restaurant „Avocado“ – an der Hausfassade prangt noch aus früheren Zeiten „Linden Hotel“ – verbringen. Ich kann empfehlen, Kaffee, Kuchen und Speisen (zu annehmbaren Preisen) aus der überschaubaren Speisekarte zu genießen und neben dem Angebot von Steaks und Fisch ein besonderes Augenmerk auf den „Buckowburger“ mit Charolaisfleisch und die bei Stammkunden beliebte Currywurst mit eingelegten Avocadostücken zu richten. Dazu einen vom Chef Robert oder seinen freundlichen Mitarbeitern empfohlenen Wein aus der kleinen, aber feinen Weinkarte – perfekt.

Natürlich gibt es in und um Buckow herum diverse Möglichkeiten, sich auch für mehrere Tage einzuquartieren. Nach meiner Beobachtung (und was mir Gäste des Hauses erzählten), ist das hoch über dem Ort thronende Hotel/Restaurant „Bergschlösschen“ nicht nur wegen der besonderen Lage und Aussicht beliebt. Es hat Atmosphäre. Ob es nun die liebevoll eingerichteten Zimmer sind, der irgendwie verwunschen wirkende Wintergarten, die traumhafte Terrasse oder die Freundlichkeit der Inhaber und des Personals, eines Tages möchte ich gerne nochmal dort – und diesmal nicht als Patient der Kurklinik, der nur ein wenig die Aussicht genießen will, – Gast sein.

Als Ziele in der näheren Umgebung kann ich empfehlen:

  • Das ca. 18 km entfernte Schloss Neuhardenberg mit seinem gepflegten Garten, dem Restaurant „Brennerei“ und der Schinkelkirche.
  • Die naheliegende (12 km) Klosterruine Altlandsberg mit Resten des alten Kreuzganges aus dem 13. Jh.
  • und für Neugierige, die ein paar km mehr nicht scheuen: Das 42 km entfernte, bei Eberswalde liegende, 76 Jahre alte Schiffshebewerk Niederfinow mit dem daneben entstehenden Neubau! Es ist auf jeden Fall ein Zeugnis deutscher Ingenieurskunst, die angeblich doch so daniederliegt.

Soweit der Bericht von Brigitte Cleve für den ich mich nochmals ganz herzlich bedanke. Vielleicht möchten Sie selbst einmal von einem „magisch schönen Ort“ in Deutschland oder sonstwo berichten. Ich bin für Gastbeiträge immer dankbar.

Liebe Grüße aus Renningen

Ihr Rainer Andreas Seemann