Der Schönbuch – Perle vor den Toren Stuttgarts!

Bitte teilen Sie unsere Beitäge in Ihren sozialen Netzwerken


Der Schönbuch – Perle vor den Toren Stuttgarts!

Liebe Freunde meines Reiseblogs,
liebe Leserinnen und Leser,

Der Schönbuch ist ein zusammenhängendes Waldgebiet südwestlich von Stuttgart. 1972 wurde das Kerngebiet zum ersten Naturpark in Baden-Württemberg erklärt. In den 1960er Jahren wollte man große Teile dieses wunderbaren Walds abholzen um dort eine Landebahn für den Stuttgarter Flughafen zu bauen. Nach Bürgerprotesten ließ man es dann aber bleiben. Der damalige Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Hans Karl Filbinger, sprach letztlich ein Machtwort und verhinderte so den unglaublichen Frevel an diesem Paradies.

Schönbuch - Perle vor den Toren Stuttgarts. Dieses Bild entstand im Herbst 2008.
Schönbuch – Perle vor den Toren Stuttgarts. Dieses Bild entstand im Herbst 2008.

Daran erinnert heute noch eine ca. 450 Jahre alte Eiche im Kirnbachtal, die man zur „Mahneiche“ erhob. Ein wenig getrübt wird diese Freude immer noch, da die Amerikaner bei Böblingen einen Truppenübungsplatz betreiben. Erst vor wenigen Jahren wurde das Gelände sogar eingezäunt, nachdem man dort zuvor, wenigstens am Wochenende, ungestört spazieren konnte. Ich hoffe, noch zu erleben, dass man diesen Truppenübungsplatz wieder an die Natur zurückgibt. Kriegsspiele passen nicht ins Paradies.

Schönbuch - Perle vor den Toren Stuttgarts. Wals, Wiesen und viel Natur. Balsam für die Seele!
Schönbuch – Perle vor den Toren Stuttgarts. Wald, Wiesen und viel Natur. Balsam für die Seele!

Leider gab und gibt es immer wieder Angriffe auf diese (fast) unberührte Landschaft von Seiten der diversen Verwaltungen. Wikipedia weiß dazu folgendes zu berichten:

Auch der Status als Naturpark schützte den Schönbuch nicht vor der Planung weiterer Erschließungen. Der Wasserverband Aich hatte im Jahr 1984 vor, die Schaich mit einem 17 Meter hohen Damm aufzustauen. Eine Bürgerinitiative konnte dies verhindern.

Auch im Goldersbachtal hinter Bebenhausen wurde seit 1982 ein Staudamm durch die Tübinger Stadtverwaltung erwogen. Die tiefer gelegenen Teile Lustnaus waren zuvor bei mehreren schweren Wolkenbrüchen überflutet worden. Im Jahr 1983 sprach sich aber der Tübinger Gemeinderat für den Naturschutz und gegen dieses Projekt aus, auch gegen die teilweise berechtigten Lustnauer Interessen. Als Lustnau im Jahr 1987 nach einem „Jahrhunderthochwasser“ wieder geschädigt wurde, lebten die Planungen wieder auf. Zu dieser Zeit wurden Holzattrappen aufgestellt, die das Ausmaß der 20 Meter hohen Staumauer und des geplanten Rückhaltebeckens demonstrieren sollten. Schließlich verzichtete man im Jahr 1993 dann doch auf die Realisierung dieses Projekts.

Nicht immer sind Bürgerproteste erfolgreich, wenn es um die Rettung von Naturparadiesen gilt. In Stuttgart kann man dies gerade an der Zerstörung des mehr als 200 Jahre alten mittleren Schlossgartens sehen. Im Schönbuch jedoch haben diese bislang immer gewirkt. Man kann nur hoffen, dass auch die nächsten Generationen aufmerksam bleiben und diesen Wald beschützen. Der Schönbuch – Perle vor den Toren Stuttgarts, so soll es auch noch in Hunderten von Jahren heißen.

Die Bilder im nachfolgenden Video entstanden im Herbst 2008 zwischen Böblingen und Tübingen.

Sollten Sie sich in der Nähe von Stuttgart aufhalten, nehmen Sie sich einen Tag, eine Woche oder einen ganzen Urlaub Zeit, dieses Naturparadies zu erwandern.

Ihr Rainer Andreas Seemann