Kurort Bad Lauterberg im Harz.

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Kurort Bad Lauterberg im Harz.

Die Autorin Brigitte Cleve. Bild: privat mit Genehmigung der Autorin.
Die Autorin Brigitte Cleve.
Bild: privat mit Genehmigung der Autorin.
Liebe Freunde meines Reise- und Ausflugsblogs,
liebe Leserinnen und Leser,

vor ein paar Tagen erreichte mich eine E-Mail mit dem folgenden Text: „über den Harz ist schon unendlich viel geschrieben worden und oft genug über die Weltkulturerbestätten oder andere spektakuläre Ziele.
Nun ein kleiner Bericht über Bad Lauterberg und engere Umgebung. Vielleicht gefällt es Ihnen, wenn nicht, ist es zu meiner Erinnerung. In meinen 3-Wochen-Tagebuchaufzeichnungen gibt es auch die ganz bekannten Orte, aber ich fand, die kleineren kann man auch mal erwähnen.“

Die Mail stammt von Brigitte Cleve, der bekannten Schriftstellerin, von der in meinem Autorenblog schon des öfteren berichtet wurde. Sie war zur Kur im Harz und hatte mir versprochen, ein wenig über diese wunderschöne Gegend zu berichten. Vielen Dank also und viel Freude beim Bericht aus dem Harz.

Die ehemalige Bergwerksstadt Bad Lauterberg an den Südausläufern des Oberharzes ist ein ruhiger, beschaulicher Ort, in dem Kurgäste in erster Linie Erholung suchen. Von hier aus gelangt man zwar über ein gut gepflegtes Straßennetz in sämtliche Harzregionen, für diejenigen aber, deren „behandlungsfreie Zeit“ oft knapp bemessen ist, gibt es eine Reihe von Möglichkeiten, interessante Kurzausflüge zu machen.

Bild: Cleve
Bild: Cleve
Zunächst einmal lohnt es sich, eine von der Ortsmitte aus zu unternehmende Seilbahnfahrt auf den Hausberg zu unternehmen. Dort hat man einen schönen Blick auf die im Tal der (kleinen) Oder liegende Stadt und kann bei guter Sicht die sie umgebenden Gipfel der Berge des Naturparks Harz betrachten.

Was die Stadtgeschichte angeht, gibt das Heimatmuseum am Kurpark Auskunft. Wer sich für den früheren Bergbau und die Verarbeitung von Eisenerz interessiert, kann den historischen Stollen „Scholmzeche“ besuchen oder eine Führung über das Hüttengelände der 1733 gegründeten Königshütte mitmachen, zu der man sich nach Absprache mit dem Förderverein am Brunnen vor den historischen Gebäuden trifft. Für weniger an Technik Interessierte lohnt sich allein schon ein Spaziergang, um den kunstvollen gusseisernen Springbrunnen zu besichtigen, der für die Pariser Weltausstellung von 1889 entworfen wurde und für den Transport in viele Einzelteile zerlegbar angefertigt werden musste.

Bild: Cleve
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Zur Erholung nach langen Spaziergängen durch oder rund um den Ort ist ein Besuch der Kirchberg¬ Therme mit ihrem Verwöhnprogramm empfehlenswert.

Bild: Cleve
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Für Kurzausflüge mit Buslinien oder dem eigenen Auto bieten sich interessante Ziele an, die an freien Nachmittagen zu erreichen sind:

Ungefähr 11 km westlich von Bad Lauterberg thront weithin sichtbar hoch über dem Ort Herzberg Niedersachsens größtes Schloss in Fachwerkbauweise. Ein kleines Museum des Welfenschlosses unterrichtet über die Familien- und Herrschaftsgeschichte derer von Braunschweig und Lüneburg, zeigt eine Demonstration über die frühere Herstellung von Blankwaffen und beherbergt eine Ausstellung über 1000 Jahre Bergbau und Forstwirtschaft
im Harz.

Bild: Cleve
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Für Liebhaber ausgefallener Kirchenarchitektur empfiehlt sich ein Ausflug zu zwei besonderen Kleinoden. Von Bad Lauterberg geht’s wieder nach Westen über die Kreisstadt Osterrode in Richtung Goslar zum nicht weit hinter Clausthal-Zellerfeld liegenden Ort Hahnenklee. Orientiert an der Architektur norwegischer Stabkirchen entstand hier zwischen 1907 und 1908 ein optisch wunderschönes Gotteshaus aus heimischem Fichtenholz. Im Unterschied zu norwegischen Stabkirchen wurde hier der Laubengang nicht außen herumgeführt, sondern in den Innenraum mit einbezogen sowie eine Empore eingebaut.

Bild: Cleve
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Auf dem Rückweg über die Bergbauuniversitätsstadt Clausthal-Zellerfeld kommt man nicht umhin, die Marktkirche zum Heiligen Geist zu bewundern, bei der es sich um die größte Holzkirche Deutschlands handelt und die zu Recht als ein besonderes nationales Denkmal angesehen wird. 1641 erbaut zeugt sie mit ihrer reichen Ausstattung heute noch von der Blütezeit des Harzer Bergbaus.

Bild: Cleve
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Wenn man es mit der Rückfahrt nach Bad Lauterberg, noch nicht ganz so eilig hat, bietet es sich für Freunde der Glaskunst an, die Glashütte „Alte Zellerfelder Münze“ in der Nachbarschaft des Bergwerksmuseums zu besuchen.
Bild: Cleve
Bild: Cleve

Über das Bergbaustädtchen St. Andreasberg gelangt man nach 13 km über eine Alternativstrecke wieder zurück nach Bad Lauterberg. In St. Andreasberg gibt es ein historisches Silbererzbergwerk, und im „Harzer Roller“-Museum wird die Geschichte der über Jahrhunderte andauernde Leidenschaft der Harzer Bergleute für die Kanarienvogelzucht dokumentiert. Bergleute hatten auch deshalb eine besondere Beziehung zu Kanarienvögeln, weil sie unter Tage durch ihr Verhalten vor Sauerstoffmangel warnten. Ein Großhändler soll die drolligen gelben Sänger aus dem kleinen Harzort bis nach New York, Südamerika, Afrika und Australien exportiert haben.

Soweit der Bericht von Frau Cleve. Ich denke, es lohnt sich, auch einmal in Deutschland nach „magisch-schönen Orten“ Ausschau zu halten.

Wie geht es weiter im Reiseblog? Ab Anfang Februar 2016 dürfen Sie sich auf viele neue Berichte aus dem Südosten von Spanien freuen, das wir uns bewusst einmal im Winter ansehen möchten, wenn die Touristenströme überschaubar sind. Wir werden viel in der Region Murcia, aber auch an der Coste del Sol und im Hinterland von Andalusien unterwegs sein. Ein erster Bericht wird aber von Girona kommen (Costa Brava), wo wir auf der Hinfahrt zwei Tage Rast in einem Parador machen. Wenn Sie die Paradores und das dahinter stehende Konzept noch nicht kennen, empfehle ich Ihnen dieses Buch über Spaniens Paradores

Beleiben Sie uns also gewogen, es bleibt spannend!

Ihr Rainer Andreas Seemann