Lichtenstein Honau und die Albkante.

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Lichtenstein Honau und die Albkante.

Eine Wanderung von Honau aus über die alte Bahntrasse nach Lichtenstein und an der Albkante nach Unterhausen (steiler Abstieg) und im Echaztal zurück nach Honau.

Lichtenstein Honau und die Albkante. Ein Blick auf das Schloss von der gegenüberliegenden Seite aus.
Lichtenstein Honau und die Albkante. Ein Blick auf das Schloss von der gegenüberliegenden Seite aus.
Liebe Freunde meines Reiseblogs,
liebe Leserinnen und Leser,

wer an die Burg (bzw. das Schloss) Lichtenstein denkt, denkt wahrscheinlich auch an die Bärenhöhle mit dem dazugehörenden Vergnügungspark, an die Nebelhöhle oder an eine Schlossbesichtigung. Feinschmecker denken eventuell an die frischen Forellengerichte, die überall angeboten werden. Aber es gibt eben auch noch „die andere Seite“ im wahrsten Sinne des Wortes. Oberhalb von Honau gibt es die bekannten Aussichtsfelsen, die einen atemberaubenden Blick auf die gegenüberliegende Burg (bzw. das Schloss) erlauben. Ich habe ein Navigationssystem im Auto, das auf Sehenswürdigkeiten am Rande der Strecke hinweist. Die freundliche, weibliche Stimme drückte das so aus:

„Für die einen ist es ein Schloss, für die anderen eine Burg. Ob man die eine oder andere Bezeichnung bevorzugt, liegt im Auge des Betrachters.“ Soweit das Navi. Auch eine Suche im Internet brachte in beiden Varianten Ergebnisse.

Lichtenstein Honau und die Albkante. Über die alte Bahntrasse nach Lichtenstein (Ort).
Lichtenstein Honau und die Albkante. Über die alte Bahntrasse nach Lichtenstein (Ort).
Aber zurück zu unserer Wanderung. Gestartet sind wir in Honau. Am kleinen Freibädle gibt es einen Parkplatz. Von dort aus führen steile Stufen und ein ebenso steiler Pfad hinauf auf die alte Bahntrasse. In meiner Kinderzeit fuhr dort eine Dampf-Zahnradbahn zwischen Unterhausen und Lichtenstein. Sie zischte und dampfte gemächlich den Berg hinauf und wieder hinunter. Irgendwann hat man die Bahn stillgelegt und die Trasse zu einem Wander- und Radweg umgebaut und asphaltiert. Ich denke, dass man diese Entscheidung längst bereut, denn was wäre dieses Bähnle heute für eine tolle Touristen-Attraktion. Wie auch immer, wir sind also den steilen Weg über die alte Trasse hinauf nach Lichtenstein gelaufen und dann noch mal ein Stück berauf an die Albkante bzw. den Albtrauf, wie es korrekt heißt. Man kann den Weg nicht verfehlen, denn die Felsen sind weithin sichtbar.
Lichtenstein Honau und die Albkante. Blick von oben auf Honau.
Lichtenstein Honau und die Albkante. Blick von oben auf Honau.
Dort oben führt nun ein Weg ein paar Kilometer weit immer genau an der Albkante entlang in Richtung Pfullingen. Es bieten sich alle paar Meter atemberaubende Aussichten auf die gegenüberliegende Burg und auf das tief unten im Tal liegende Honau. Schwindelfreien Personen rate ich auf die Felsen hinauszugehen und von dort aus den besten Blick zu erhaschen, den man sich vorstellen kann. Da es keine Geländer gibt, rate ich Personen mit Höhenangst davon ausdrücklich ab.

Lichtenstein Honau und die Albkante. Links der Blick ins Tal - rechts der Blick auf die Alb-Hochfläche.
Lichtenstein Honau und die Albkante. Links der Blick ins Tal – rechts der Blick auf die Alb-Hochfläche.
Rechts des Weges haben Sie einen wunderschönen Ausblick auf die Albhochfläche und den kleinen Ort Holzelfingen. Links liegt in der Tiefe das Echaztal.

Geht man den den Weg weiter kommt man nach ungefähr einer Stunde zum Abstieg nach Unterhausen, der zwar steil aber trotzdem gut begehbar ist. Nun geht es die ganze Strecke, die man zuvor über die Honauer Steige hinaufgestiegen ist, wieder hinab ins Tal der Echaz. In Unterhausen angekommen, halten Sie sich links und gehen an der Echaz entlang wieder zurück nach Honau. Der ganze Weg dauert etwa drei Stunden. Wer jetzt noch nicht genug hat, kann sich noch die Echazquelle ansehen. Sie liegt auf der anderen Seite der Bundesstraße direkt unterhalb des Schlosses. Der Fußweg dorthin dauert etwa 20 Minuten und ist bequem auf einem gut ausgebauten Pfad zu bewältigen.

Für alle, die im Großraum Stuttgart leben ist das ein wunderschöner Tagesausflug. Für die, die von weiter her kommen, kann es ein tolles verlängertes Wochenende sein. Wenn Sie sich zwei Tage Zeit nehmen, gehen Sie am zweiten Tag einfach von Lichtenstein aus auf die andere Seite und besuchen Sie die Burg und die Bärenhöhle. Beides ist unheimlich spannend, vor allem auch für Kinder.

Wenn auch die schwäbische Alb, was den Fremdenverkehr angeht, noch einiges aufzuholen hat – was Landschaft und Sehenswürdigkeiten angeht, braucht sie sich hinter dem Schwarzwald nicht zu verstecken.

Ihr Rainer Andreas Seemann