Das Jammern des Deutschen Buchhandels.


Das Jammern des Deutschen Buchhandels oder der böse Feind aus Amerika.

Liebe Freunde meines Autorenblogs,
liebe Leserinnen und Leser, liebe Freunde des guten Buchs,
ich möchte Ihnen heute kein bestimmtes Buch vorstellen, sondern auf das seit Jahren andauernde Jammern des Deutschen Buchhandels eingehen. Beginnen wir einmal damit, dass es in Deutschland noch immer ein Buchpreisbindungsgesetz gibt. Bücher sind damit preisgebunden. Rechtsgrundlage ist das bereits erwähnte Buchpreisbindungsgesetz, (kurz BuchPrG), das Verlage dazu verpflichtet, für ihre Neuerscheinungen verbindliche Ladenpreise festzusetzen. Dadurch zahlt der Kunde für ein Buch überall denselben Preis – ganz gleich, ob er es nun in einer kleinen Sortimentsbuchhandlung, einem Buchkaufhaus oder über das Internet kauft. Man wollte, als man das Gesetz verabschiedete, damit besonders kleinere Buchhändler schützen. Im Prinzip natürlich ein guter Gedanke, wenngleich er wenig mit Marktwirtschaft zu tun hat.
Aber trotzdem jammern besonders die kleineren Buchhandlungen noch immer über den „bösen großen Konkurrenten aus den USA“. Das Wort „AMAZON“ nimmt keiner in den Mund.
Warum ist das so? Nun früher war das Buchgeschäft einfach. Der Händler öffnet morgens seinen Laden, wartet auf Kundschaft und verkauft die Bücher zu einem festen Preis mit einer ausreichend großen Gewinnspanne. Er muss sich nicht alles auf Lager legen, denn sein Buch-Großhändler liefert Bücher meist innerhalb von ein bis zwei Tagen. Dann muss der Kunde eben noch einmal kommen und das Buch abholen. Merken Sie was?
Dann kam AMAZON. Die Bücher kosten dort exakt dasselbe wie beim Buchhändler um die Ecke. Der Kunde kann bequem von zuhause aus bestellen, der Postbote bringt das Buch versandkostenfrei an die Haustür. Weder muss man in die Stadt fahren, man muss keinen Parkplatz suchen, und in den Städten auch teuer bezahlen, und das Buch ist in (fast) allen Fällen sofort lieferbar, da AMAZON es auf Lager hat. Auch das Stöbern ist „online“ kein Problem mehr. Man kann bei AMAZON alle möglichen Suchkriterien festlegen und bekommt dann eine Auswahl von Büchern angezeigt. Der Blick ins Buch ist meist möglich, es sei denn, der Verlag verhindert das.
Warum also sollte ein Kunde sich die Mühe machen, in die Stadt zu fahren, wegen eines Buchkaufs, den er von daheim aus bequem und entspannt durchführen kann?
Was also müsste ein Buchhändler tun, um die Kunden doch in sein Geschäft zu locken? Manche haben tolle Ideen entwickelt. Sie veranstalten Events, sie organisieren Lesungen, wobei diese nicht automatisch mit teuren Bestseller Autoren stattfinden müssen. Es gibt viele (noch) unbekannte Autoren, die tolle Bücher schreiben, die aber leider in der Flut von 70.000 bis zu 90.000 Neuerscheinungen in deutscher Sprache pro Jahr untergehen. Warum lädt man diese Autoren nicht zur Lesung ein? Sie sind bestimmt dankbar, eine solche Chance zu bekommen.


Das Problem ist, dass solche (noch) unbekannten Autoren oft keinen Verlag finden und dann auf die Möglichkeiten zugreifen, die heute für Selfpublisher angeboten werden. Und da wiederum ist der böse Konkurrent aus den USA führend. Von dem will man auf keinen Fall Bücher kaufen, obwohl das über den sogenannten erweiterten Vertrieb möglich wäre.
Diese Abneigung geht sogar so weit, dass man auch bei einem Verlag, der die Möglichkeiten von AMAZON nutzt, keine Bücher bestellt. Es passiert mir öfter mal, dass ein Buchhändler Bücher bei mir bestellen will. Er bekommt sie mit dem üblichen Rabatt für Wiederverkäufer versandkostenfrei von mir. Wenn es gewünscht wird, räume ich in manchen Fällen auch eine Valuta ein. Aber dann …, wenn ich sage, dass das Paket von AMAZON geliefert wird, dann springen manche Buchhändler wieder ab. Um es klar zu sagen: Seemann Publishing ist der Verkäufer, stellt die Rechnung, geht in Vorlage aber überlässt die Logistik der Fa. AMAZON … und schon springt der Buchhändler ab, verzichtet auf Umsatz aber jammert hinterher, dass seine Geschäfte schlecht laufen. Welch ein Irrsinn!

Ich sage es ganz klar: Solche Dinosaurier werden nicht überleben. Andere haben die Zeichen der Zeit erkannt. Sie veranstalten nicht nur Lesungen, sie organisieren Vernissagen, sie sind auf regionalen Verbrauchermessen zu finden … kurz: Sie tun etwas mehr, als nur hinter dem Tresen zu sitzen und auf Kunden zu warten. Und so gibt es eben Händler, die die Bücher von „meinen“ Selfpublishern bei Seemann Publishing beziehen und andere, die das ablehnen, nur, weil das Paket mit der Bücherlieferung dann das AMAZON Logo hat.

Wenn ich eines in den vielen Jahren meiner Selbstständigkeit gelernt habe, dann ist es das:
Verlorener UMSATZ kommt NIE mehr zurück! Er ist auf ewig verloren.

Die Buchpreisbindung, liebe Buchhändler, wird über kurz oder lang fallen. Sind Sie mit Ihrem Geschäftsmodell darauf vorbereitet?

Ich wünsche es Ihnen
Ihr Rainer Andreas Seemann

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