Ungewollt. Sophie Christina Aichinger.


Ungewollt.

Von Sophie Christina Aichinger.

Cover
Liebe Freunde meines Autorenblogs,
liebe Leserinnen und Leser,

gerade jetzt, im September 2016, während ich diesen Artikel über das Buch der Sophie Christina Aichinger schreibe, gibt der derzeitige Justizminister Maas bekannt, dass er das Gesetz über die sogenannten „Kuckukskinder“ ändern will. Ein Thema, das in der Öffentlichkeit heiß diskutiert wird. Ich glaube nicht, dass Herr Maas dieses Buch gelesen hat, geschadet hätte es sicher nicht. Die Autorin beschreibt darin sehr emotional ihre eigenen Erfahrungen als Kuckuckskind. Sie beschreibt den mühsamen Weg durch die Gerichtsinstanzen, die fürchterlichen Qualen, denen ein Mensch ausgesetzt ist, der vom leiblichen Vater abgelehnt wird und die Kraft und Stärke, die man braucht, um trotzdem nicht aufzugeben. Sie will, dass der leibliche Vater diese Vaterschaft anerkennt. Warum gibt sie nicht einfach auf, nimmt das Geld, das ihr geboten wird und vergisst das alles? Lesen Sie dieses Buch und Sie werden es verstehen.

Kurzbeschreibung/Inhaltsangabe



Sophie ist ein Kuckuckskind. Nach einer von Kälte, Ablehnung und Gewalt geprägten Kindheit erfährt sie erst im Alter von 35 Jahren, dass ihr Vater nicht ihr Vater ist. Erneut tief verletzt von den Lügen ihrer Jugend und der Erkenntnis, dass sie sich jahrelang um die Liebe und Zuneigung des falschen Mannes bemüht hat, begibt sie sich auf die Suche nach der Wahrheit. Ein jahrelanger, dramatischer Kampf um die Ermittlung ihres tatsächlichen Vaters beginnt. Bence, ihr ungarischer Erzeuger, setzt Himmel und Hölle in Bewegung, um die amtliche Feststellung seiner Vaterschaft zu verhindern. Der Unternehmer geht dazu bis zum Bundesverfassungsgericht. Dabei übersieht er jedoch etwas Entscheidendes: Seine Tochter hat nicht nur seine Augen geerbt, sondern auch seine Beharrlichkeit. Weder das jahrelange Warten auf Gerichtsbeschlüsse noch die unzähligen persönlichen Angriffe aus der Familie ihres vermeintlichen Vaters oder der Verlust des gerade erst gewonnenen Halbbruders, der sich von ihr abwendet, können sie von ihrem Weg abbringen.

Die Entscheidung der Autorin, ein Buch über ihre Erfahrungen als sogenanntes Kuckuckskind zu schreiben, ist quasi ein Nebeneffekt des Versuchs, mit den emotionalen Auswirkungen eines jahrelangen Kampfes um die eigene
Herkunft umzugehen.
Aus dem Drang, sich vorwiegend belastende, aber auch erfreuliche Gedanken und Emotionen im Zusammenhang mit besagter Suche von der Seele zu schreiben, sowie dem Kennenlernen vieler weiterer Betroffener ist der Wunsch gewachsen, ihre Geschichte in Buchform in die Öffentlichkeit zu tragen. Namen und Handlungsorte wurden aus Personenschutzgründen verändert.

Noch ein paar persönliche Worte der Autorin an die Leser des Autorenblogs



Die Autorin hat sich im Vorfeld dieser Buchvorstellung viel Mühe gemacht und einen persönlichen Text als Ergänzung zum Klappentext geschrieben. Das Team des Autorenblogs wollte Ihnen diesen wunderbar formulierten Aufsatz nicht vorenthalten, auch wenn dadurch dieser Artikel den gewohnten Rahmen im Blog sprengt.

Ob ich denn wisse, dass meine Eltern schon geschieden waren, als ich geboren wurde, fragt die Standesbeamtin, als ich eine Abstammungsurkunde, die ich für meine Ausbildung benötige, abhole. Ich weiß es nicht und fahre zu meiner Tante, die ihr Schweigen bricht und mir offenbart, dass der Mann zu dem ich Papa sagte, nicht mein Papa ist. Mit einem Schlag sehe ich mich meiner Kindheit und Identität beraubt. Gleichzeitig ist diese Wahrheit für mich die Bestätigung dessen, was ich von Kindesbeinen an gespürt habe: Ich bin anders als die anderen Familienmitglieder des Mannes, den ich 35 Jahre lang als meinen leiblichen Vater angesehen habe. Meine Kindheit ist geprägt von Entbehrungen, körperlichen Züchtigungen, Liebesentzug und Demütigungen.

Alle in der Familie haben es gewusst! Mein leiblicher Vater ist Bence Horváth. Er ist nach dem Krieg aus Ungarn nach Deutschland gekommen, um im Goldenen Westen zu Geld und Wohlstand zu kommen. Er ist verheiratet und hat schon ein Kind. Nicht ein einziges Mal im Laufe der Jahre fragt er, wie es mir geht, denn er weiß, dass es mich gibt.
So mache ich mich dann 35 Jahre nach meiner Geburt auf die Suche nach meinem „Vater“. Ich finde zunächst heraus, dass Bence seit dem Verkauf seines Großunternehmens nicht mehr in Norddeutschland lebt. Für mich ist es ein Wink des Schicksals, als kurze Zeit später in dem Krankenhaus, in dem ich eine Ausbildung zur Krankenschwester mache, eine Frau eingeliefert wird, die den äußerst seltenen Namen meines vermeintlichen Vaters trägt, von der ich schließlich die Adresse meines möglichen Vaters bekomme.
Noch am gleichen Tag schreibe ich ihm. Doch statt eines Briefs oder eines Anrufs bekomme ich Post von seinem Anwalt. Er lässt mir ausrichten, dass jeglicher Kontakt ausschließlich über seinen Anwalt zu erfolgen hat. Für mich ein Schlag ins Gesicht. Ich fahre kurzerhand nach Österreich, um ihn persönlich aufzusuchen. Doch was mir nun widerfährt, ist der bis dahin bitterste Augenblick in meinem Leben. Bence lässt mich eiskalt abblitzen.
Tief gekränkt nehme ich den Kampf um Anerkennung und Gerechtigkeit auf. Als Bence daraufhin kalte Füße bekommt, macht sein Anwalt mir ein unmoralisches Angebot. Er bietet mir 62.500 DM. Als Gegenleistung soll ich mich verpflichten, ihn nicht länger als Vater zu bezeichnen und nie wieder den Kontakt zu ihm und der Familie zu suchen. Zudem soll ich auf sämtliche Erbansprüche verzichten und es für alle Zeiten unterlassen, die Vaterschaft gerichtlich klären zu lassen. Sollte ich, so seine Drohung, den Vertrag nicht unterschreiben, werde er noch zu Lebzeiten sein Vermögen so verteilen, dass ich nichts erben kann. So unter Druck gesetzt, unterschreibe ich, damals allein erziehende Mutter von drei Kindern, den Vertrag, den ein Gericht später als sittenwidrig bezeichnet.
Ich nehme den Kampf um Anerkennung und Gerechtigkeit wieder auf. Da gerichtlich feststeht, dass mein mittlerweile verstorbener rechtlicher Vater, Werner, nicht mein Erzeuger gewesen sein kann, verurteilt ein Gericht Bence, zu einem Abstammungstest zur Feststellung der Vaterschaft. Statt sich dem Urteil zu beugen und sich dem alles beweisenden Vaterschaftstest zu unterziehen und zu seiner Verantwortung zu stehen, verklagt er mich auf Schadenersatz, weil ich mit meinem Vorgehen den sittenwidrigen Vertrag verletzt habe. Gleichzeitig bietet er mir weitere 50.000,- Euro an, um mich von meinem Vorhaben, ihn als Vater feststellen zu lassen, endgültig abzubringen.
Als in zweiter Instanz festgestellt wird, dass er an der angeordneten Erstellung eines Abstammungsgutachtens mitwirken muss, erhebt er im Januar 2012 Verfassungsbeschwerde, weil er sich durch mein Vorgehen angeblich in seinen Grundrechten verletzt sieht.
Nachdem nach drei Jahren die Verfassungsbeschwerde nicht angenommen wird, bin ich erleichtert. Bald darauf wird der Termin zur Blutentnahme bekannt gegeben und wenig später erhalte ich das Ergebnis: Der fremde Mann aus Ungarn ist mein Vater.

Über die Autorin

Bild: privat
Sophie Christina Aichinger, die unter Pseudonym schreibt, ist gelernte Krankenschwester, glücklich verheiratet, Mutter dreier Söhne und Großmutter eines fünfjährigen Enkelsohnes. Ihre Heimat ist ein kleiner Ort in der Nähe von Bremen, wo sie bis heute mit ihrem Ehemann Toni lebt.
1995 begann sie ihre Ausbildung zur Krankenschwester, nachdem sie in verschiedenen beruflichen Sparten ihre Erfüllung gesucht hatte. Heute ist die 56-Jährige freiberuflich im sozial-medizinischen Bereich tätig.

Vom Team des Autorenblogs bekommt dieses Buch fünf volle Sterne. Es stimmt einfach alles. Es ist eines dieser Bücher, die man nicht mehr aus der Hand legen will, bevor nicht der letzte Satz, das letzte Wort, gelesen wurde. Mit 204 Seiten der gedruckten Ausgabe ist es auch ein Buch, das man am Stück lesen kann. Preislich bewegt es sich sowohl beim Taschenbuch als auch beim E-Book im mittleren, angemessenen Bereich.

Das Taschenbuch können Sie über diesen Link direkt bei AMAZON bestellen.

Zum Download des E-Books führt Sie dieser Link.

Ich wünsche der Autorin viel Erfolg und ein langes, glückliches Leben!

Ihr Rainer Andreas Seemann
mit Team

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One Reply to “Ungewollt. Sophie Christina Aichinger.”

  1. Sehr geehrte Damen und Herren,

    freie Gedanken zu Eltern-/Kindverhältniss und zu diesen vorgestellten Buch.

    Es gibt aber auch Fremde in der eigenen Familie Kinder/Eltern erkennen sich nicht wenn Eltern und Ihre Kinder sich erleben weil keine Gemeinsamkeit mit Ihren Eltern und Kindern vorhanden sind. Aber Sie sind sich z.B. nahe mit Ihren Großeltern oder Anverwandte daher ist es von großer Bedeutung dass Kinder zu allen Verwandten natürlichen Kontakt halten und als Eltern muß man Akzeptieren dass seine Kinder nicht die gleichen Verhaltensmuster leben wie man selbst. Wenn man seine Familie und die Familie seines Partners kennt kann man seine Kinder besser verstehen.

    Daher sollte man nicht negativ über seine Familie und die Familie seines Partners sprechen und verhalten.

    Mit freundlichen Grüßen

    Bernd Rieder
    Kurpfalzstraße 37b
    67133 Maxdorf
    +49 0179 6923192

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